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Falscher Planet Syndrom - Teil 2 - Kommunikation

Kommunikation ist das Schlüsselwort. In der heutigen Zeit ist es einem Frevel gleich, nicht permanent ein kommunikatives Wesen zu sein, dass in ständigem Kontakt mit anderen Menschen steht.

Aber Kommunikation bietet so viele Fallstricke. Es gibt dort eine Differenzierung zwischen der verbalen und der non-verbalen Sprache und dann auch noch eine Differenzierung zwischen Inhalt und Aussagegehalt. Es gibt nicht umsonst gefühlte eine Milliarde Kommunikationsforscher.

Mein größtes Problem bei der Kommunikation ist definitiv das Filtern des Sub-Textes aus der eigentlichen Aussage. Nach Friedemann Schulz von Thun hat jede Nachricht 4 Seiten. Das Modell hat den, sich beinahe selbsterklärenden, Titel Vier-Seiten-Modell.
Die vier Seiten sind: Selbstoffenbarungsebene, Beziehungsebene, Appellative Ebene und Sachebene.

Auf der Selbstoffenbarungsebene gibt man etwas von sich preis. Eine Information, einen Gefühlszustand, eine Situation oder eine Lage.
Die Beziehungsebene drückt aus, wie man zu jemanden steht. Wie verhält man sich zueinander.
Die Appellative Ebene drückt immer eine Frage aus. Eine Forderung oder eine Bitte.
Die Sacheben, mir die liebste Ebene, beinhaltet die pure und reine Information. Einen sachlichen Fakt.

Die vier Seiten müssen nicht in jeder Nachricht enthalten ein, können es aber. Zudem kann es auch zu einer Störung der Kommunikation kommen, wenn der Empfänger etwas anderes Interpretiert als der Sender sendet. Und da würden wir schon wieder ins nächste Modell rein rutschen. Das Sender-Empfänger-Modell von Claude E. Shannon und Warren Weaver entwickelt. Darauf werde ich jetzt aber nicht weiter eingehen.

Warum ich all das hier erzähle? Ich analysiere jede Nachricht genau nach diesem Schema. Ich versuche alles ganz genau zu analysieren, weil mein Gehirn, im Gegensatz zu einem normalen Gehirn, dies nicht automatisch macht. Oft interpretiere ich vieles falsch, denn meine Präferenz liegt doch immer sehr in der Sachebene. Aber so kann ich in der Regel, mit ausreichend Zeit, ein vernünftiges Gespräch führen. Sollte ich mich unwohl fühlen oder das Gefühl haben zu wenig Zeit für eine Antwort zu haben versteife ich mich zu oft auf Themengebiete die ich beherrsche. Die drei Thematiken sind "Fakten aller Art", "Musik" und "Ich". Das letzte klingt sehr eingebildet, aber über mich kann ich nichts Falsches sagen. Zudem habe ich die Möglichkeit die Ebenen Beziehung und Selbstoffenbarung innerhalb der Sachebene direkt auszusprechen. "Ich fühle mich so", "Ich würde gerne..:", "Ich habe...".

Da mein Verstand Vordergründig sehr mit dem analysieren der letzten Nachricht zugange ist, kommt entweder nur Blödsinn aus meinem Mund oder ich verliere den Faden. Beim Sprechen versuche ich oftmals auch meine eigene Nachricht zu analysieren und bekomme immer mehr Angst etwas falsches zu sagen, was auch all zu oft passiert. Das macht meinen Satz vorher immer erläuterungsbedürftig. So lange, bis ich am Ende einen Monolog führe, nur um zu sagen, was ich eigentlich meine.

Es gibt aber noch mehr Fallstricke. Kennt ihr Sprichwörter oder Redensarten? Irgendwelche? Spontan fällt euch keins ein? Nicht schlimm, dass ist der Vorführeffekt. Wisst ihr eigentlich wie lange ich gebraucht habe um auch nur ansatzweise die Ersten verstehen zu können?

Situation: Ich, 6 Jahre alt, sitze am Mittagstisch und esse wie immer sehr langsam. Meine Mutter sagt, ich solle "einen Zahn zulegen". Das war der Moment in dem mein Kopf rot anlief als ich versuchte mir einen neuen Zahn wachsen zu lassen. Mir war zwar nicht klar, warum mir ein weiterer Zahn das essen erleichtern sollte...aber ich hab mein bestes gegeben.

Die folgenden Jahre enthielten immer mehr solcher Redewendungen und rhetorischer Floskeln. Ich habe mich intensiv mit dem meistern der deutschen Sprache und den Ursprüngen solcher Redewendungen befasst. Mein passables deutsch und die mittlerweile immer besser werdende Fähigkeit sprachliche Bilder zu erzeugen, sprechen für sich.
Habt ihr gemerkt? Da war eine Redewendung. Natürlich können Taten nicht sprechen. Das wäre eine Personifikation, denn Taten haben keine Münder. Die Floskel kommt daher, dass eine Tat auch eine Aussagekraft hat, was mich auch direkt ins non-verbale weiterleitet.

Mimik und Gestik sind dabei die Zauberwörter. Mimik fällt mir schwer. Ich kann euch nicht mal in die Augen schauen, ohne mir diese ausreißen zu wollen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass eure Mimik zu viele Facetten beinhaltet. Irgendwie sind dort so wirre Ausdrücke drin, ein Wunder, dass ihr die alle deuten könnt. Ein Lächeln, Tränen (Gibt wohl mehr als Tränen der Trauer, aber die anderen verstehe ich auch nicht) oder ein wütendes Gesicht verstehe ich. Aber alles was darüber hinaus geht, bleibt mir ein Rätsel.

Gestik und Körperhaltung ist mir auch unverständlich. Die Theorie habe ich verstanden...aber zu interpretieren vermag ich nicht.
Es wirkt mir viel zu oft aggressiv und viel zu oft gestellt.

Meine eigene Mimik ist eigentlich immer schon recht leer gewesen. So gut wie keine Regung, denn wozu auch? Dafür müsste ich mein Gehirn noch mehr beanspruchen, da ich die Mimik bewusst erzeugen muss. Es gibt seltsamerweise 2 Menschen auf der Welt, bei denen es nicht so ist und bei dem ich mich nicht auf mein Gesicht konzentrieren muss um einen mimischen Ausdruck zu haben. Ja, eine davon ist Kochanie.
Früher habe ich vor dem Spiegel das Lächeln geübt und mir gemerkt, welche Muskeln nötig sind. Aktuell übe ich Lachen und überraschtes Aussehen. Kann so nicht wirklich als "Gesellschafstfähig" bezeichnet werden.
Meine Gestik ist der Mimik gleich...tonlos. Oftmals zu übertrieben, weil ich mich auch da sehr bewusst drauf konzentrieren muss um mit meinem Körper ansatzweise ausdrücken zu können, was ich verbal nicht kann oder um meine verbale Äußerung zu unterstützen.

Vielleicht habt ihr einen kleinen Eindruck gewonnen, wie schwer es mir fällt mit Menschen zu reden, obwohl ich jeden Tag mit euch reden muss.

Ich wollte ITler werden, weil man mir früher sagte, dass diese in Kellern säßen und nicht mit anderen Menschen reden müssen. Irgendwie hat sich in den letzten 10 Jahren das Bild zu sehr geändert...sehr zu meinem Leidwesen.

Wenn ihr Fragen habt, stellt sie ruhig. Ich versuche diese in meinem nächsten Eintrag zu beantworten.

Danke für euren Versuch euch mit dem Asperger auseinander zu setzen.
7.1.17 08:13
 


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